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Ausverkauf der Bildung

Herzlich willkommen an der Fiege Universität Bochum

„Bochum, 14.5.2009 Nach nur 6 Monaten Umbau sind die gröbsten Arbeiten abgeschlossen. Hochschulpräsident Elmar W. Weiler enthüllte heute die neue Außenfassade der Uni, an der ab heute ein große Bierflasche einer lokalen Brauerei prangt. Das Sponsoring ermöglichte der Uni die schon seit Jahrzehnten geplanten Umbauarbeiten an den Verwaltungsgebäude deren Finanzierung durch die Kürzungen vom Land für nicht mehr Umsetzbar gehalten worden waren. Auf ähnliche Weise waren auch die Renovierung der anderen Gebäude finanziert wurde. Neben der Bertelsmann Bibliothek, der Gucci-, Nestlé- und Infineon-Reihe und dem Gebäude 3MA war zuletzt zu Beginn des Jahres ein Vertrag unterschrieben worden der es der Uni ermöglichen soll das Hörsaalzentrum Ost (HZO), ab 1.1.2010 dann HZOpel von Asbest, PCB und PVC zu befreien.“

So oder so ähnlich könnte eine Pressemeldung in der Zukunft aussehen. Witzige aber unrealistische Vision? Keineswegs. Ein paar Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit aus verschiedenen Regionen Deutschlands zeigt die Entwicklung auf:

Bildung wird verkauft

In Bremen heißt die „International University Bremen“ seit dem 1.1.2007 Jacobs-University. 200 Millionen Euro ließ der Gönner Klaus Jacobs vom Kafferöster springen um der Uni seinen Stempel aufzudrücken. „In Forschung und Lehre ändert sich allerdings nicht die Bohne“ schreibt der Deutschlandfunk.

In Würzburg reichte die Förderung vom Land nicht aus um einen Hörsaal zu renovieren und wo der Staat nicht mehr weiter weiß springt die Wirtschaft in die Bresche. Der Abbruchreife Hörsaal heißt hab jetzt „Aldi-Süd“ Hörsaal und wird in den trendigen Firmenfarben Blau und Orange gestrichen.

Und jetzt: Die Werbung

Bis hierhin ganz witzig eigentlich, nervig wird es erst wenn die Vorlesungen bald von Werbung unterbrochen werden. So passiert es gerade an der Technischen Fachhochschule Berlin. Der dubiose Finanzdienstleister MLP sponsort Absolventenfeiern und im Gegenzug wurde eine Vorlesung eher beendet um die Werbebotschaft zweier MLP-Vertreter unterbringen zu können. Bei einigen keimt vielleicht Hoffnung: Sponsoring statt Studiengebühren. Doch keins der Bundesländer aus denen die Beispiele stammen hat Abstand von seinen Gebührenplänen genommen die Entwicklung wird wohl eher wieder die Gegenrichtung einschlagen: Weniger Geld vom Land, mehr aus der Wirtschaft. Das auf Dauer auch die Ausrichtung von Forschung und Lehre von Externen Geldgebern beeinflusst werden könnte, wir also nur noch lernen was andere gerne hätten, ist er beängstigendere Teil der Entwicklung.

Listentreffen

Die alternative liste trifft sich momentan dienstags um 18.00 Uhr im AStA-Flur, um danach in eine passende Räumlichkeit zu wechseln.

Wir freuen uns, wenn ihr vorbei kommt!

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