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12 Jahre sind genug – die alternative liste an der RUB löst sich auf
Nach 12 Jahren Hochschulpol itik haben sich die Aktiven der al dazu entschieden, dass es so (...) » mehr
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Den Untergang als Chance begreifen!
12 Jahre sind genug: Hiermit gibt die alternative liste an der Ruhr-Uni Bochum ihre Auflösung&nb sp;(...) » mehr
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24.02.2011
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01.02.2011
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Einen Zollstock für‘s Leben
Man weiß dann gar nicht, was man sagen soll. Man steht da, kratzt sich mit der einen Hand am Hinterkopf und nimmt mit der anderen den Zollstock vom Dozenten, der noch eben folgendes sagte: „Und eines noch: Wenn sie diesen Zollstock zerbrechen, bezahlen sie ihn. Neulich ist schon wieder einer kaputtgegangen. Die Uni hat kein Geld.“
Mit prekärem Blick reicht er das Messwerkzeug. „2,50 bekomme ich von dem, der es kaputtmacht.“ 2,50 Euro - das ist nicht viel für ein fragiles High-End-Mess-Instrument, auf dessen Seite in roten Lettern der Name des renommierten Herstellers gedruckt ist: „Bauhaus“. Ja, die Uni hat kein Geld. Davon hörte man. Das passt auch. Denn eine halbe Stunde überziehen wir bereits wieder die angesetzten acht Stunden des Seminars und der Chef draußen in der freien Gastwirtschaft wird sich das nicht mehr lange angucken. So ein verlorener Job macht eigentlich auch gar nichts, denn „im Kollegium überwiegt die Meinung, dass Studenten nicht arbeiten müssen“, erklärte mal ein Professor und Doktor in seiner Sprechstunde zwischen 8.00 und 8.30 jede zweite Woche donnerstags nach einer Wartezeit von einer Stunde. Früher sei das auch möglich gewesen. „Das ist dann wohl der hohe Lebensstandard, den Studenten heute brauchen. Der Studienplan ist nicht gemacht für Menschen, die nebenbei noch arbeiten wollen.“ Wollen. Man will bei Fixkosten um den Gefrierpunkt jeden Monat knietief im Dispo waten. Man will jeden Tag zusammengepfercht mit 500 anderen Kreaturen in überfüllten Viehtransporten zu einem Ort gefahren werden, an dem Schwangere gewisse Gebäude nicht betreten sollen und an ganz besonderen Stellen bereits Stalagmiten aus dem Boden wachsen. Ein Ort, dessen Campus aussieht wie ein zerschossenes Computerspielfeld mit täglich neuen Fallen. Ein Ort, an dem jetzt auch die drittletzte Grünfläche (vor GA) versiegelt wird von einem zeitlos schicken Stahl- und Glasbau. Man will ?DozentInnen, die mit ihren Lehrunterlagen von 1982 keine Sekunde in der freien Wirtschaft überleben würden, während 100 Meter weiter knapp fünf Millionen Arbeitslose sogar dem AStA die Türen einrennen, weil sie nicht wissen wohin. Und man will die finanzielle Bildungselite, denn die muss wirklich nicht arbeiten und kann ganz in Ruhe: studieren. Eigentlich will man ja nur was lernen. Und so schwer kann das nicht sein. „Aber“, wie eine Dozentin mal treffend feststellte: „An der Uni, mein Lieber, da braucht man auch immer ein bisschen Glück.“ Und sei es in Form eines stabilen Zollstocks.





