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PCB: Störfall an der Uni

Stichprobenartige Messungen in der N-Reihe im letzten Semester erhärten den Verdacht, dass auch beim Bau der Ruhr-Uni polychlorierte Biphenyle (PCB) verwendet wurden.

Seit 1968 ist die Toxizität von PCB bekannt. PCB steht im Verdacht hochgradig krebserregend zu sein und das Immunsystem zu schädigen. Die größte Gefahr von PCB geht für Schwangere aus, da die Verbindung die Placenta-Schranke passieren und sich somit besonderes gefährdend auf Föten und Embryos auswirken kann. Umweltverbände weisen seit 20 Jahren auf die Gefahren von PCB hin, somit ist das Problem nicht unbekannt. Das bis 1978 als Weichmacher in der Bauwirtschaft benutzte PCB gast kontinuierlich aus. Und natürlich wurden auch beim Bau der RUB (1965 war die Eröffnung) PCB-haltige Stoffe verwandt, so dass sich die Uni 2003 entschloß, die Raumluft-Konzentrationen erstmals zu messen.

Messung in der N-Reihe

Das erschütternde Ergebnis der Stichproben in der N-Reihe: Nur in zwei von 24 Räumen lagen die Werte unter dem unteren Grenzwert von 300ng/m³, so dass in nahezu allen Räumen langfristig saniert werden muss. Weitere Messungen erfolgten im Sommersemester, bei denen die PCB-Luftkonzentration sogar zweimal den oberen Grenzwert von 3000ng/m³ überschritt. Ab diesem Wert sind Gesundheitsgefahren bereits nachgewiesen und nach geltender Richtlinie sind sofortige Sanierungsmaßnahmen einzuleiten. Anders die RUB. Diese entschloss sich erstmal nach ordentlichem Durchlüften und Putzen diese Räume ein weiteres Mal zu überprüfen. Und, oh Wunder, die Werte liegen nun zwar immer noch bedenklich hoch, allerdings besteht nun keine Sanierungspflicht mehr, da der eher willkürlich gesetzte Grenzwert unterschritten wurde.

Sofortiger Sanierungsbedarf

Nahezu skandalös zeigt sich die Informationspolitik der RUB. Informiert wurden zunächst nur die MitarbeiterInnen der betreffenden Räume. Aufgrund der besonderen Gefährdung der Embryonalentwicklung wurde eine schwangere Mitarbeiterin des Geographischen Instituts (GI) auf ärztlichen Rat hin zwangsbeurlaubt. Nur hierdurch wurde das GI auf das PCB-Problem im Juni aufmerksam. Seit Mitte April sind der Uni-Leitung zu hohe PCB-Werte bekannt, eine generelle Information aller Uni-Angehörigen blieb aus. Selbst das GI erhielt nur einen schwammigen und sehr oberflächlichen Bericht, in dem beispielsweise die genauen Meßergebnissen fehlten. Nachdem dieser Bericht auch den AStA erreichte, konnte dieser aktiv werden. Nach einigen Telefonaten und anfänglichen Versuchen alles abzuwiegeln, erreichte der AStA schließlich die Herausgabe der vollständigen Protokolle mit den Meßergebnissen. Für das WiSe bleibt nun dafür zu sorgen, dass das Problem der zu hohen PCB-Belastung nicht weiter heruntergespielt und die Uni-Verwaltung endlich aktiv wird.

Markus Brüne, AStA-Ökologiereferent

PS: Der PCB-Skandal hat sich inzwischen ausgeweitet. Aktuelle Meßwerte und Informationen erhaltet ihr auf der PCB-Sonderseite des AStA

Listentreffen

Die alternative liste trifft sich momentan dienstags um 18.00 Uhr im AStA-Flur, um danach in eine passende Räumlichkeit zu wechseln.

Wir freuen uns, wenn ihr vorbei kommt!

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